Hexe

Walpurginsnacht – Gedicht von Hermann Lingg

Walpurgisnacht vorbei!
Es stürmt und wetterleuchtet,
Den Einzug hält der Mai,
Von Dämmergrau’n umfeuchtet.

An Felsen Flutgeroll,
Verglimmend Sterngefunkel,
Im Wald schlägt sehnsuchtsvoll
Die Drossel tief im Dunkel.

Die Windfahn‘ krächzt am Dach,
Der Uhu im Geklüfte;
Was wispert wie ein Ach
Verhallend in die Lüfte?

Ein Hexchen ist’s, die just
Vom Blocksberg heimgefahren,
Beschneit die volle Brust
Und Blüten in den Haaren.